Schwanger, Job weg – und jetzt? Mein Weg in die Selbständigkeit

In diesem Blogpost möchte ich ein bisschen mehr von meiner Geschichte mit euch teilen. Ich zeige dir meinen Weg, wie ich mich für die Selbständigkeit entschieden habe und welche harten Einschläge meine Entscheidung letztendlich leichter gemacht haben.

Das ist auch die Geschichte, wie ich schwierige Zeiten überwunden habe und daraus die Kraft gezogen habe als Unternehmerin durchzustarten. Ich hoffe, dass ich dir damit Mut machen kann, um deine ganz persönlichen Hürden zu überwinden und etwas Eigenes zu schaffen!

 

Juhu! Ich bin Schwanger!

Ein Traum ist in Erfüllung gegangen und mir könnte es nicht besser gehen. Die Schwangerschaft lief super unkompliziert bis ich meiner damaligen Chefin die tolle Botschaft erzählt habe. “Ah, schade” war die Hauptbotschaft ihrer Reaktion. Ich dürfte mir einiges mehr anhören, unter anderen: “Gib uns einfach Bescheid, wenn du zurückkommen möchtest und wir stellen dich wieder ein”. Ich dachte nur: Hallo!?!?! Gehts noch? Das bedeutet, mein Vertrag wird nicht verlängert, aber ich darf mich freiwillig wieder melden? No, thanks!!!

Viele Leute sagen dann zu mir: “Ah, aber du hattest einen befristeten Vertrag”. Und ich frage mich, was das bedeutet. Heißt das jetzt, dass sie (moralisch) richtig gehandelt haben? Dass ich länger hätte abwarten sollen, bis ich einen unbefristeten Vertrag bekomme, um die Familienplanung anzugehen? Ich muss leider sagen, dass das keine Lösung gewesen wäre. Eine Kollegin aus der gleichen Abteilung hatte eben so einen tollen unbefristeten Vertrag und sie ist ebenfalls gegangen. Allerdings erst nach ihrer Rückkehr an den Arbeitsplatz. Ihr Leben wurde durch Intrigen und Unterforderung so schwierig gemacht, dass sie es nicht mehr ausgehalten hat. Schlimm, ja, passiert aber häufiger als wir uns vorstellen können.

Ich bin nicht die erste und werde nicht die letzte Frau sein, die am Arbeitsplatz Opfer von Diskriminierung wurde. Eine andere Kollegin wurde von einer Kinderschutztorganisation(!) gekündigt als sie schwanger wurde. Ich frage mich nur in welcher Welt wir eigentlich leben.

 

Genug geärgert, moving on…

Naja, nachdem ich die Angelegenheit an meinen Anwalt übergeben hatte, konnte ich mich wieder auf das wichtigste konzentrieren: auf mein Baby. Im Mai 2015 bekam ich den süßesten Jungen, den man sich erträumen könnte und auf einmal waren die alten Probleme verschwunden. Die Prioritäten haben sich verschoben und ich war  einfach nur verliebt. Das Leben spielt sich wieder ein und man wächst mit jeder neuer Herausforderung. Die Nächte sind auf einmal so lang, die Tage sehr kurz und die Monate verfliegen… Ganz komisch! 🙂

 

Mein Wiedereinstieg – oder eben nicht.

Ich habe mich ein Jahr lang “nur” auf mein Baby konzentriert, ich hatte mir diese Zeit gegeben und ich habe sie sehr genossen. Als die 12 Monate fast zu Ende waren, habe ich fleißig angefangen mich zu bewerben und musste schnell feststellen, dass diese eine extra Zeile, wo “Elternzeit” im Lebenslauf steht, nicht unbedingt von Vorteil war, wenn es darum ging neu einzusteigen.

Ich habe ein erstes Jobinterview geführt.  Zwischenmenschlich hat alles gepasst, ich hatte alle Voraussetzungen erfüllt, ich hatte sogar Erfahrungen mit deren Kunden bereits gemacht. Trotzdem habe ich den Job nicht bekommen und eins war mir klar: jeder andere Bewerber ist flexibler als ich. Ich werde um spätestens 15:30 gehen müssen, um meinen Sohn von der Betreuung abzuholen und ich werde ein paar Tage im Jahr fehlen, wenn der Kleine mal krank wird.

In diesem Moment war mir klar: ich muss aktiv werden! Ich kann mich nicht einfach bewerben und hoffen, dass mich einer nimmt. Was sollte ich dann tun, wenn ich eigentlich einen Job bekomme, den ich eigentlich nicht ausüben möchte? Muss ich ihn annehmen? Ich hatte viele Fragen und wusste nur, dass ich was unternehmen müsste und das schnell.

 

ALLES aufgeben und eine Selbständigkeit aufbauen.

Oh, wait! Ich musste nichts aufgeben. Das einzige was ich zu diesem Zeitpunkt aufgeben müsste, war mein Status als Arbeitssuchende bei der Agentur für Arbeit. Es war mir klar, dass ich nichts verlieren könnte und dass alles was ich erreichen würde, wäre ein Gewinn. Als ich das erkannt habe, bin ich ins kalte Wasser gesprungen und es hätte nicht besser kommen können.

Ich habe so viel gelesen, besser gesagt ich habe kaum was gelesen, sondern bin auf Hörbücher und Videos umgestiegen. Ich habe einige Menschen online entdeckt, die wertvollen Content produzieren. Während ich am Wohnzimmerboden mit meinem Baby gespielt habe, habe ich meine tägliche Dosis Inspiration geholt und habe viel darüber nachgedacht. Ich habe mich mit Familien und Freunde ausgetauscht, um herauszufinden was mich ausmacht. Ich habe an meine Kindheit gedacht und an meine Lieblingsaktivitäten… Langsam war es mir klar, dass ich das kreative Arbeiten so sehr vermisst habe und ich hatte endlich das Gefühl, mich wieder zu finden.

 

Die Geschichte ist noch lang, darüber werde ich andere Blogposts vorbereiten. Als nächstes erzähle ich dir, wie meine Geschäftsidee genauer entstanden ist. Das alles ist nur passiert, weil ich mich wieder als kreative Person wiederentdeckt habe! Ich hoffe du schaust wieder vorbei. 🙂